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Das Projekt: Amerikaner in Rheinland-Pfalz

Ausgangspunkt zur Aufnahme des Projektes:

Nach mehr als 40 Jahren intensiver interkultureller Begegnung zwischen Amerikanern und Deutschen in Rheinland-Pfalz seit dem Zweiten Weltkrieg zwingen die zeitgeschichtlichen Umwälzungen zu einer umfassenden Bestandsaufnahme der rheinland-pfälzisch-amerikanischen Beziehungen.

Forschungsbericht zum Projekt:

Das Forschungsprojekt „Amerikaner in Rheinland-Pfalz“ des Interdisziplinären Arbeitskreises für Nordamerikastudien befaßt sich seit Ende 1992 mit dem deutsch-amerikanischen Zusammenleben in Rheinland-Pfalz.

Die im Interdisziplinären Arbeitskreis für Nordamerikastudien zusammengeschlossenen Wissenschaftler/innen streben damit eine möglichst umfassende Analyse der wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen der langjährigen amerikanischen Präsenz in Rheinland-Pfalz an.

Drei Schwerpunkte bestimmen die Forschungsarbeit:

1. Bestandsaufnahme der geographischen, wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen der amerikanischen Präsenz (statistische Dokumentation, Quellenermittlung etc.).

2. Aufarbeitung der publizistischen Rezeption der amerikanischen Präsenz in überregionalen Zeitschriften, lokalen Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen.

3. Durchführung und Auswertung von „oral history“-Interviews mit Bürgern und politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern.

Im Rahmen der angestrebten Bestandsaufnahme wurden Informationen über Standorte, Truppenverteilung, amerikanische Zivilisten, deutsche Zivilbeschäftigte, deutsch-amerikanische Freundschaftsclubs, US-Dienstwohnungen, deutsch-amerikanische Eheschließungen, Restaurant- und Barbetriebe, Manöverschäden, Kriminalität, wirtschaftliche Wechselbeziehungen zusammengetragen. Die Aufarbeitung der publizistischen Rezeption der amerikanischen Präsenz wurde für die 50er und frühen 60er Jahre abgeschlossen.

Dazu wurden fünf überregionale Zeitschriften, sechs regionale Zeitungen und eine amerikanische Zeitung durchgesehen, projektrelevante Artikel wurden identifiziert, Informationen über Themen, Tendenz, Beachtungsgrad und Stilform der Artikel wurden auf Protokollbögen erfaßt und in eine Datenbank eingegeben und sortiert.

Die statistische und inhaltliche Auswertung der in der Datenbank gespeicherten Informationen hat bereits zu einer Reihe von Ergebnissen geführt, die in verschiedene Publikationen eingegangen sind.

Neben Zeitschriften- und Zeitungsartikeln wurden auch projektrelevante Rundfunk- und Fernsehberichte gesammelt und archiviert.

Außerdem wurde eine Sammlung von Karten- und insbesondere Fotomaterial angelegt.

Historisches Bildmaterial aus Archiven und privaten Sammlungen sowie eigene Fotoaufnahmen wurden in der Ausstellung „Fremde - Freunde - Nachbarn? 50 Jahre Amerikaner in Rheinland-Pfalz“ gezeigt, die in der Landesvertretung in Bonn, im NATO-Hauptquartier in Brüssel und in diversen rheinland-pfälzischen Orten zu sehen war.

Das Bildmaterial ist auszugsweise im Sammelband Nachbar Amerika: 50 Jahre Amerikaner in Rheinland-Pfalz abgedruckt.

„Oral History“-Interviews bildeten den dritten Schwerpunkt der Projektarbeit. Ziele dieses Forschungschwerpunktes sind die Dokumentation und Interpretation der amerikanischen Präsenz in Rheinland-Pfalz aus der Sicht der Bevölkerung auf der Grundlage der Methoden der ursprünglich in den USA und seit den 80er Jahren auch in Deutschland praktizierten „mündlich erfragten Geschichte.“

Bürgerinnen und Bürger erzählen von laufender Kamera aus ihrer Erinnerung von persönlichen Erlebnissen und Beobachtungen im alltäglichen Kontakt mit Amerikanern und der fremden Kultur „Amerika.“

Im Gegensatz zum Interview im engeren Sinne werden die Gesprächspartner in der oral history nicht mit einer Reihe von Einzelfragen konfrontiert und ausgefragt, sondern aufgefordert, selbst erlebte Geschichte zusammenhängend zu erzählen. Auf diese Weise gelang es den Projektmitarbeiterinnen, fast 100 „oral histories“ unterschiedlicher Länge aufzuzeichnen.

Neben Entscheidungsträgern - wie Landräten und Bürgermeistern - äußerten sich vor allem „Durchschnittsbürger,“ die privaten oder beruflichen Kontakt mit Amerikanern hatten.

Es ist gelungen, insbesondere ältere Informanten ihre Erinnerungen an die 50er Jahre erzählen zu lassen.

Im Gegensatz zu anderen „oral history“-Projekten in Deutschland und den USA wurden die Gespräche nicht nur auf Tonband, sondern auf Video festgehalten, da so auch die Gestik der Informanten und die Umgebung, in der das Gespräch stattfand, dokumentiert und in die spätere Analyse miteinbezogen werden können.

Anschließend wurden die „oral histories“ im Volltext transkribiert und nach inhaltlichen Schwerpunkten ausgewertet.

Erste Ergebnisse dieser Auswertung sind bereits in Publikation berücksichtigt worden (vgl. insbesondere den Sammelband Nachbar Amerika: 50 Jahre Amerikaner in Rheinland-Pfalz oder auch Frank Wittig - "Coca Cola und Jazz - Deutsch-amerikanischer Kulturkontakt in den 50er Jahren" in Beispielsweise - Wissenschaft an der Schwelle zum 21. Jahrhundert).

 

Aktuell Demnächst

"Kriegsbräute in den USA"

Der Arbeitskreis beginnt demnächst mit einem weiteren Forschungsprojekt zum Thema "Kriegsbräute in den USA".

Wenn Sie an diesem Thema interessiert sind, oder Vorschläge haben bzw. Kontaktpersonen dazu kennen, wenden Sie sich an Prof. Dr. Winfried Herget:

Email: wherget@uni-mainz.de


Letzte Änderung am 23. 04. 2004 zum ImpressumImpressum  zum SeitenanfangSeitenanfang